Digitale Vermittlungsangebote im Jüdischen Museum Frankfurt. Kinder mit Tablet im Museum Judengasse Frankfurt

Digitale Strategie des Jüdischen Museum

Unsere digitale Strategie ist Bestandteil des musealen Erneuerungsprozesses. Sie stellt die Relevanz des Museums in einer weltweit vernetzten, diversen Gesellschaft sicher.

Das Internet ist nicht nur ein ständig anwachsender, globaler Wissensspeicher, sondern auch Leitmedium eines allumfassenden gesellschaftlichen Wandels: Jedwede Art der Information kann immer und überall abgerufen werden, jedwede Person kann permanent und weltweit mit anderen kommunizieren und sich mit Interessengruppen vernetzen. Dieser Wandel hat das Selbstverständnis und dementsprechend auch die Aufgaben von Museen grundlegend verändert.

 

 

Museen im digitalen Wandel

Vormals galt es, bedeutende Kulturgüter zu sammeln, im Depot zu bewahren, wissenschaftlich zu erforschen und in Ausstellungen zu präsentieren. Heute sind Museen aufgefordert, sich als zentrale Gedächtnisinstitutionen unserer Gesellschaft zu behaupten, indem sie ihr Wissen über die gesammelten Kulturgüter im Internet präsentieren und dieses mit ihren Besucherinnen und Besuchern teilen. Der digitale Wandel zieht dementsprechend einen tiefgreifenden sozialen Wandel und eine Kultur der Teilhabe nach sich, die sich in permanent wandelnden Formen der Kommunikation und einer ansteigenden Bedeutung von Partizipation und Vernetzung an und von Museen zeigt.

Eine digitale Strategie auf drei Säulen

Unsere digitale Strategie wurde im Rahmen des musealen Erneuerungsprozesses entwickelt und ist mittelfristig angelegt. Sie umfasst drei Säulen, die sukzessive realisiert werden:

 

 

Kommunikation

Screenshot vom Instagramkanal des Jüdischen Museums Frankfurt
Screenshot vom Instagramkanal des Jüdischen Museums Frankfurt

Die erste Säule der digitalen Strategie umfasst die Online-Kommunikation und -Information über alle Aktivitäten des Museums. Sie ist zielgruppenspezifisch aufgebaut und bezieht verschiedene Plattformen und Kanäle mit ein. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Social Media-Kommunikation, die wir in den Jahren 2016/17 sukzessive ausgebaut haben. Das Team des Jüdischen Museums verfolgt eine integrative Social Media-Strategie, die von der Online-Redaktion gesteuert wird und von Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Bildung und Vermittlung, Sammlung und Ausstellungen getragen wird. Einen besonderen Meilenstein in der Realisierung aller Projekte in dieser Säule bildet der Launch der neuen Website im September 2018.

Vermittlung

Die zweite Säule der digitalen Strategie ist Bestandteil der kulturellen Bildungsarbeit des Museums und ermöglicht neue Verbindungen zwischen Museumsbesuch und Internet. Sie erweitert den Bildungsauftrag des Museums um digitale Angebote, die Besucher sowohl vor Ort als auch zu Hause nutzen können. Dazu gehören zum einen unsere Social Media Kanäle, die wir auch als Instrumente der Vermittlung betrachten, zum anderen entwickeln wir laufend Online-Ausstellungen auf Plattformen wie Google Arts & Culture, die einzelne Objekte des Museums Judengasse oder die Geschichte der Familie Frank vorstellen.

Ansichten aus der App "Unsichtbare Orte"
Mit der App "Unsichtbare Orte" geht es auf Spurensuche zu Orten der Migrationsgeschichte in Frankfurt

Ein besonderes Merkmal der Bildungsarbeit des Museums ist ihre Zielgruppenspezifik. Neben Online-Angeboten auf der Museumswebsite und anderen Online-Plattformen für Personen mit einem allgemeinen Interesse an jüdischer Geschichte und Kultur entwickeln wir besondere Anwendungen für Kinder, Jugendliche und Familien bzw. Schulklassen, wie etwa die im Frühjahr 2018 gelaunchte App "Unsichtbare Orte". Die Realisierung der Projekte in der zweiten Säule ist mittelfristig vorgesehen. Einen besonderen Meilenstein bildet die Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Rothschild-Palais.

Forschung

Die dritte Säule der digitalen Strategie umfasst die Forschungsaktivitäten des Museums und macht diese einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich. Sie beinhält die Digitalisierung eines großen Teils der Sammlung des Jüdischen Museums, deren Veröffentlichung auf der Museumswebsite und anderen Online-Plattformen wie etwa der Deutschen Digitalen Bibliothek sowie den Online-Zugriff auf bereits bestehende Datenbanken zur Geschichte der Frankfurter Juden.

 Ziel dieser Projekte ist es, das am Museum erworbene Wissen um die Kulturgüter der Sammlung und die Geschichte der Frankfurter Juden der interessierten Öffentlichkeit insbesondere Wissenschaftlern, Studierenden, Lehrern und Schülern in Form von Digitalisaten, Metadaten und Beschreibungstexten zur Verfügung zu stellen und mit ihnen zu teilen. Die Realisierung aller Projekte dieser Säule ist langfristig vorgesehen und als der Kern der digitalen Strategie zu verstehen. Mit ihr stellt sich das Museum nachhaltig als ein öffentliches, international zugängliches Kompetenzzentrum für die Erforschung der jüdischen Geschichte Frankfurts auf.