Übergabe ehemaliger Objekte des Museums jüdischer Altertümer vom Historischen Museum an das Jüdische Museum Frankfurt

Pressemitteilung des Historischen Museums und des Jüdischen Museums Frankfurt

Frankfurt am Main, 16. August 2018. Im Zuge langjähriger Provenienzforschungen hat der ehemalige Kurator Dr. Jürgen Steen in den Sammlungen des Historischen Museums Frankfurt neun Objekte identifiziert, die zum Teil vermutlich ursprünglich aus dem Museum jüdischer Altertümer stammen.

Historisches Damenkostüm aus Manteau und Rock, das dem Jüdischen Museum vom Historischen Museum Frankfurt übergeben wurde
Damenkostüm aus Manteau und Rock © Historisches Museum Frankfurt, Foto: Horst Ziegenfusz

Das Museum jüdischer Altertümer wurde in der Pogromnacht 1938 vandalisiert, seine Sammlungen in Teilen zerstört, in Teilen von Ernstotto zu Solms-Laubach, dem damaligen Direktor des Historischen Museums, in die Sammlungen seines Hauses überführt. Ein Großteil dieser Objekte wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs an jüdische Einrichtungen in den USA und Israel restituiert. Das Jüdische Museum Frankfurt versteht sich als ideeller Nachfolger des Museums jüdischer Altertümer. Den Kern seiner europaweit bekannten Sammlungen bilden Zeremonialgegenstände, die ihm vor der Eröffnung vom Historischen Museum übergeben wurden. Darunter befanden sich bereits Gegenstände aus dem Museum jüdischer Altertümer. Die Übergabe der jetzt im Historischen Museum identifizierten, weiteren Objekte findet im Rahmen der Kooperationsausstellung „Gekauft. Gesammelt. Geraubt? Der Weg der Dinge ins Museum“ statt, in der unter anderem auch Kult- und Alltagsgegenstände aus Edelmetall thematisiert werden, die Jüdinnen und Juden aufgrund der so genannten „Silberabgabe“-Verordnung 1938 bei den städtischen Pfandleihen abgeben mussten.