Nelly Sachs, 1965,  Foto: Anna Riwkin Kungliga Biblioteket, Stockholm
Rückblick

Flucht und Verwandlung

Nelly Sachs, Schriftstellerin, Berlin/Stockholm / 16.03.2011 - 31.07.2011

Im Mai 1940 floh die 49-jährige Nelly Sachs mit einer der letzten Passagiermaschinen aus Berlin-Tempelhof. Hinter der Frau mit dem braunen Koffer, die als behütetes Einzelkind aufgewachsen war, lag mehr als die Hälfte ihres Lebens, das „unter Bedrohung“ geraten war. Vor ihr lagen dreißig Jahre Exil, phasenweise in psychiatrischen Kliniken verbracht – sowie der reife Teil eines Werks, das ihr 1966 den Nobelpreis in Literatur einbrachte.

Die Ausstellung „Flucht und Verwandlung“ zeigt, wie Sachs’ Werk im Eingedenken einer bekannten, im Kontakt mit einer neuen Kultur entsteht. Im Mittelpunkt der Ausstellung befindet sich die Küche, auch „Kajüte“ genannt. Mit Blick auf die Wässer Südstockholms isst, schläft und arbeitet sie in diesem kleinen Raum „einfach weil ich da mehr zu Hause bin als in dem Fein-Zimmer, wo ich die Möbel von anderen Flüchtlingen übernahm.“ Anhand des Nachlasses, der sich samt einer Rekonstruktion der Wohnung in der Königlichen Bibliothek Stockholms befindet, sowie anhand einer Fülle von unveröffentlichtem Material (Fotos, Manuskripte, Ton- und Bildaufnahmen, Akten), werden die Koordinaten von Sachs’ „unsichtbarem Universum“ nachgezeichnet. Die Ausstellung will den kulturhistorischen Kontext ebenso wie die ästhetische Radikalität eines Werks sichtbar machen, das aus der Verwandlung eine Bleibe zu schaffen sucht.

Eine Ausstellung von gewerk design und Aris Fioretos. Gefördert von der ABG Frankfurt Holding GmbH und der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt am Main

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geschlossen

  • Eintrittspreise noch offen

Link zum Standort Link zum Standort

Untermainkai 14, 60311 Frankfurt am Main

Routenplaner