Leo Baeck im Hebrew Union College in Cincinnati/USA, 1949 © Esther Whitmann
Rückblick

Leo Baeck 1873-1956

„Mi-gesa rabbanim” – Aus dem Stamme von Rabbinern / 24.05.2001 - 14.10.2001

Mit "Leo Baeck 1873–1956 – Mi-gesa rabbanim" hat das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt die erste Ausstellung über Leben und Werk des liberalen Rabbiners Leo Baeck zusammengestellt. Die Ausstellung bietet erstmals eine umfassende Darstellung der Biografie Leo Baecks, des Mannes, der zur Symbolfigur des deutschen Judentums im 20. Jahrhundert wurde.

Leo Baecks Lebensweg spiegelt die Tragik und die Fülle des deutschen Judentums vom Kaiserreich über das NS-Regime bis in die Nachkriegszeit wider. Exemplarisch berührt seine Biografie die wichtigsten Themen des deutschen Judentums in der Moderne: Orthodoxie und Reform, Zionismus und Assimilation, Patriotismus und antisemitische Ausgrenzung, Apologie und Kritik in der christlich-jüdischen Auseinandersetzung – als Mittler zwischen diesen Gegensätzen wurde Leo Baeck zur Symbolfigur des deutschen Judentums im 20. Jahrhundert.

In der konzeptionellen Gestaltung der Ausstellung wurden zwei Schwerpunkte gesetzt. In erster Linie zeichnet die Ausstellung anhand von noch nie gezeigten Photographien, Dokumenten, Büchern und persönlichen Objekten aus dem Nachlass das Leben Leo Baecks nach. Dabei wird jede Lebensstation in ihren historischen Kontext eingebettet. Dem Besucher eröffnet sich auf diese Weise die besondere Situation der Juden in der Provinz Posen, die Entwicklung des reformorientierten Judentums in Deutschland, die Teilnahme der Juden am Ersten Weltkrieg, die „jüdische Renaissance” im Berlin der 20er Jahre, die Selbstbehauptung der deutschen Juden unter dem NS-Regime, die erzwungene Zusammenarbeit der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland” mit den Nationalsozialisten, der Überlebenskampf in Theresienstadt und die Situation der deutschen Juden nach 1945.

Ein zweiter Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Werk Leo Baecks. Seine Auseinandersetzung mit der protestantischen Theologie Adolf von Harnacks bildet dabei den Schwerpunkt. Sie war ein wichtiger Teil des Kampfes der Wissenschaft des Judentums um akademische Gleichberechtigung. „Mi gesa rabbanim” wurde in internationaler Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institute in New York vorbereitet und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und des Bundesinnenministeriums realisiert.

Ein reich illustrierter Ausstellungskatalog mit bislang unveröffentlichten Bildzeugnissen und Beiträgen von Autoren aus Deutschland, Israel und den USA ist im Jüdischen Verlag/Suhrkamp erschienen.

Weitere Ausstellungsstationen:
Stadtmuseum München: 7. Dez. 2001 – 3. März 2002
Stadtmuseum Düsseldorf: 17. Juli 2002 – 1. September 2002

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geschlossen

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Untermainkai 14, 60311 Frankfurt am Main

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