Die Frankfurter Schule und Frankfurt
Rückblick

Die Frankfurter Schule und Frankfurt

Eine Rückkehr nach Deutschland / 17.09.2010 - 10.01.2010

Als Max Horkheimer im Frühjahr 1948 auf Einladung der Universitätsleitung in Frankfurt eintraf, schrieb er an seine Frau: "Mich haben der Rektor, die beiden Dekane und andere süß, aalglatt und verlogen, ehrenvoll begrüßt. Sie wissen noch nicht genau, sollen sie in mir einen relativ einflussreichen Amerikareisenden oder den Bruder ihrer Opfer sehen, dessen Gedanke die Erinnerung ist. Sie müssen sich fürs letztere entscheiden."

Max und Maidon Horkheimer bei der Überfahrt nach New York (1934), © Max Horkheimer Archiv
Max und Maidon Horkheimer bei der Überfahrt nach New York (1934), © Max Horkheimer Archiv

Die Nationalsozialisten hatten das 1923 gegründete "Institut für Sozialforschung" in die Emigration getrieben. Die Stationen des Exils führten über Genf und Paris bis nach New York. Nicht alle Mitglieder überlebten; manche, wie etwa Walter Benjamin, holte der Terror auf der Flucht ein. Der "Gedanke der Erinnerung", ebenso wie der politische Entschluss, den demokratischen Wiederaufbau aktiv mitzugestalten, bewogen schließlich Friedrich Pollock, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, nach Deutschland zurückzukehren.

Ausstellungskatalog Frankfurter Schule

Die Remigration der "Frankfurter Schule" spiegelt die Zeitgeschichte hier in Frankfurt, aber auch in ihren nationalen und transnationalen Aspekten. Dabei rückt unser Ausstellungsprojekt den spezifisch jüdischen Erfahrungshorizont der Protagonisten in den Mittelpunkt. Im Vorfeld der Ausstellung beteiligte sich das Jüdische Museum an der Ringvorlesung "Deutsch-jüdische Ideengeschichte in der Nachkriegszeit", die an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main stattfand.

Zur Ausstellung ist ein Katalog im Wallstein-Verlag erschienen.

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geschlossen

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Untermainkai 14, 60311 Frankfurt am Main

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