Miki Kratsman Abu Dis Fotografie, 110 x 170 cm Doron Sebbag Art Collection,  ORS Ltd., Tel Aviv
Rückblick

ACCESS TO ISRAEL I+II

Israelische Gegenwartskunst / 16.05.2008 - 16.11.2008

Das Jüdische Museum eröffnet mit ACCESS TO ISRAEL eine Plattform für neue Zugänge zu Israel, jenseits des tagespolitischen Diskurses. Die israelische Gegenwartskunst bezieht sich ästhetisch auf die Sprachen der Kunst, die international verbreitet sind und sich wechselseitig beeinflussen und voneinander absetzen. Aber ihre Themen und Intentionen sind spezifisch, denn Widersprüche aller Art bestimmen das Land: Israel ist nicht nur angesichts des seinen Höhepunkt erreichenden nationalen Konfliktes zerrissen und zerstritten, sondern auch angesichts sozialer und religiöser Probleme.

Während Access to Israel 1 sich insgesamt auf das nach außen hin transportierte Bild Israels und dessen Hinterfragung konzentrierte, setzt sich Access to Israel 2 mehr mit den inneren Gegebenheiten des Landes auseinander. Themen wie Heimat, Ortsgebundenheit und der Verlust von Heimat finden sich in den Arbeiten der Künstler dieser Ausstellung wieder. Aber auch kontroverse sozialpolitische Themen eines Industriestaates, zerrieben zwischen religiöser Tradition und Modernität, werden – in ganz unterschiedlicher Weise – von den Künstlern verarbeitet.

Die Künstler sind mit der Wahl ihrer Medien, wie der Fotografie oder des Films in gewisser Weise exemplarisch für eine Tendenz, sowohl der israelischen wie der internationalen Kunst, ihre Inhalte jedoch sind sehr durch israelische und jüdische Themen geprägt. Der Betrachter erhält hierdurch einen Einblick in Strömungen und Gegebenheiten einer kulturellen Entwicklung und Reibungen zwischen regionalen Bezügen und einer zunehmenden Internationalisierung.

Nir Alon, The Physical Background of Being at Home, 2008, Installation aus Möbeln und Glühbirnen
Nir Alon, The Physical Background of Being at Home, 2008, Installation aus Möbeln und Glühbirnen, Courtesy Nir Alon & Tinderbox Contemporary Art, Hamburg

In den gezeigten Werken kommen die Zukunftsperspektiven und Befürchtungen der Künstler zum Ausdruck. Einmal durch Landschaftsaufnahmen, zum anderen durch Bezug und kritische Sicht auf das urbane Umfeld. Für viele Künstler ist der Aufruf des Zionisten und Dichters Nathan Alterman, das brachliegende Land und die Wüste in ein Gewand aus Beton und Zement zu hüllen, zur erschreckenden Realität geworden. Die allgemeine Rechtfertigung, dass durch Modernität und Angleichung an westliche Standards eine bessere Lebensqualität erreicht werde, wird von den Künstlern in Frage gestellt. Sie zeigen auf, wie das Gefälle zwischen Arm und Reich immer größer wird, wie sich die Gesellschaft immer weiter von den ethischen Grundlagen des Judentums entfernt und eine Vielzahl von Menschen vom eigenen Land entfremdet wird.

#30JahreJMF

In unserer Beitragsreihe zu 30 Jahren Jüdisches Museum wirft unsere Sammlungsleiterin, Dr. Eva Atlan, einen Blick zurück auf die beiden Ausstellungen und berichtet über deren politische Brisanz.

Die damalige Frankfurter OB Petra Roth mit Kuratorin Eva Atlan und dem damaligen Museumsdirektorektor Raphael Gross bei der Eröffnung der Ausstellung ACCESS TO ISRAEL

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Frankfurt

Heute geschlossen

  • Eintrittspreise noch offen

Link zum Standort Link zum Standort

Untermainkai 14, 60311 Frankfurt am Main

Routenplaner