Blick auf die Gedenkstätte Neuer Börneplatz in Frankfurt am Main

Homeschooling in Zeiten von Corona

Online-Angebote zum Nationalsozialismus und Holocaust
Porträt Sophie Schmidt. Foto: Helmut Fricke, © Fritz Bauer Institut
22. April 2020Sophie Schmidt

Im Internet gibt es zurzeit täglich neue Angebote für Kinder und Jugendliche, um das homeschooling zu unterstützen. Sophie Schmidt aus unserem Bildungsbereich hat einige Angebote zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaust unter die Lupe genommen und stellt hier sechs empfehlenswerte Online-Angebote vor.

Was wäre wenn Anne anstelle ihres Tagebuchs eine Kamera gehabt hätte?

Die 13-jährige Lena Cruz Perez nutzt in ihrer Rolle als Anne Frank eine Kamera, um uns einen Einblick in ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse im Versteck im Hinterhaus zu geben. Bis zum 4.Mai werden insgesamt 15 Folgen auf YouTube veröffentlicht. Dazu gibt es sieben pädagogische Begleitvideos. Das Video-Tagebuch ist eine gelungene Aktualisierung des Tagebuchs der Anne Frank Stiftung.

"Fliehen vor dem Holocaust": Eine App für Jugendliche

Blick in die App "Fiehen vor dem Holocaust"
Blick in die App "Fiehen vor dem Holocaust"

Fünf Zeitzeug*innen erzählen von ihrer Flucht vor dem Holocaust in 20-minütigen Videos. Historische Dokumente und Hintergrundinformationen ergänzen die Erzählungen. Schüler*innen können ihre Auseinandersetzung mit einer der Fluchtgeschichten in der App in einem Album dokumentieren. Dazu wählen sie Schwerpunkte und Dokumente aus, erstellen einen Zeitstrahl und beantworten einige Fragen. Das eigene Album können die sie dann an eine Person ihrer Wahl schicken. Ein niedrigschwelliges Angebot von erinnern.at.

Du bist anders?" Lebensgeschichten verfolgter Jugendlicher im NS

Screenshot von der Website "Du bist anders?"
Screenshot von der Website "Du bist anders?"

Bunte Bilder, kurze Sätze, kurze Texte, Audiodateien und historische Dokumente: die ansprechend gestaltete Webseite www.dubistanders.de präsentiert Lebensgeschichten von Jugendlichen aus ganz Europa, die während des Nationalsozialismus aus verschiedenen Gründen verfolgt wurden. Schüler*innen können auf der Webseite Referate erstellen, indem sie Dokumente einsammeln und eine PDF gestalten. Ein Angebot der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Das Konzentrationslager Mauthausen

Eingangsgebäude mit Haupttor KZ Mauthausen
Eingangsgebäude mit Haupttor KZ Mauthausen. Foto: Dnalor 1 CC-BY-SA 3.0

Wie sah der Alltag im KZ Mauthausen aus? Welche Akteure gab es dort? Was bedeutete Zwangsarbeit? Die Bildungsabteilung der Gedenkstätte Mauthausen (Österreich) hat ihre Bildungsarbeit ins Netz gestellt. Drei- bis zehnminütige Videos zu verschiedenen Themen werden ergänzt durch Arbeitsblätter zum Download auf unterschiedlichen Anspruchsniveaus.

Spannendende Perspektiven auf das Thema Flucht früher und heute (Oberstufe)

Das We Refugees Archiv bietet Filme, Fotos, Dokumente, Interviews und Texte und zeigt Verbindungslinien und Brüche zwischen individuellen Erfahrungen von Geflüchteten im heutigen Palermo und von polnischen jüdischen Geflüchteten 1939/1940 im litauischen Vilnius. Es geht um Fragen von Neuanfang, Zukunftsvisionen, Unterstützung und Identität aus biographischer Perspektive. Das gelungene digitale Archiv wird u.a. von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

"Wir konnten nirgendwo hin. Jüdische Flüchtlinge 1938-39"

Sind Vergleiche mit der Vergangenheit für die Analyse der Gegenwart nützlich oder problematisch? Dieser Frage können Jugendliche mit dem online Angebot "Wir konnten nirgendwo hin. Jüdische Flüchtlinge 1938-39" ausloten. Die Situation von deutschen und österreichischen Juden, die 1938-39 flohen, dient als Ausgangspunkt für eine Reflexion über die Fluchtprozesse seit 2015. In allen drei historischen Modulen: "Evian Konferenz", "Kindertransport" und "St. Louis" werden Verknüpfungen mit der Gegenwart (Situation der Geflüchteten 2015) hergestellt. Das Modul "Kindertransport" regt dabei auch zur Auseinandersetzung mit Vergleichen generell an. Auch wenn die Module aus dem Haus der Wannseekonferenz für die Bildungsarbeit mit Gruppen aufbereitet sind, lassen sich Materialien und Fragestellungen gut individuell bearbeiten.

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