Visualisierung der neuen Museums-Bibliothek im Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Frankfurt © Staab Architekten

Unsere Bibliothek ist eine Fachbibliothek zur Geschichte, Religion und Kultur des Judentums. Sie ist eine Präsenzbibliothek und heißt alle Interessierten während der Öffnungszeiten des Museums willkommen. Bis zur Wiedereröffnung des Jüdischen Museums ist die Bibliothek nur eingeschränkt und nach Voranmeldung zugänglich.

Publikationen zur Religions- und Geistesgeschichte seit der Antike, Kulturgeschichte und Wirtschaftsgeschichte, zu Antisemitismus und Zionismus finden sich hier ebenso wie Fachbücher zum Staat Israel. Eine Besonderheit innerhalb der Frankfurter Bibliothekslandschaft ist die facettenreiche Regionalliteratur zu deutschsprachigen jüdischen Gemeinden. Als Museumsbibliothek hält sie  zahlreiche Ausstellungs- und Kunstkataloge bereit. Neben Büchern und historischen Zeitschriften stehen darüber hinaus auch audio-visuelle Medien zur Verfügung, insbesondere zu den Themen der einzelnen Ausstellungsbereiche unseres Museums.

Der Bibliotheksbestand ist über den Onlinekatalog abrufbar.

Für Fragen zu unserer Bibliothek und den Bestand wenden Sie sich bitte an christine.wern@stadt-frankfurt.de

Entwicklungsgeschichte der Bibliothek

Die Bibliothek eröffnete 1988 gemeinsam mit dem Jüdischen Museum und startete mit einem Bestand von rund 5.000 Büchern. Basierend auf den Nachlässen der Historiker Rudolf Heilbrunn und Bernhard Brilling sowie des Rabbiners Kurt Wilhelm wuchs die Bibliothek seitdem stetig. Heute umfasst sie 55.000 Bände. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt zahlreichen Schenkungen. So überließ der Frankfurter Historiker und Publizist Arno Lustiger im Jahr 2009 einen Teil seiner Bücher der Museumsbibliothek.

Neben Schenkungen und Buchnachlässen wuchs und wächst die Bibliothek mit den vielfältigen Wechselausstellungen des Jüdischen Museums. Als Wissensspeicher des Hauses versorgt sie seit jeher unsere Mitarbeiter*innen mit Fachliteratur. Der Bestand erweiterte sich parallel zu den Ausstellungen wie bespielsweise über die faszinierende Geschichte der Familie Rothschild, die Judenverfolgung in Frankfurt am Main und Hessen, über den expressionistischen Maler Ludwig Meidner, die jüdisch-koschere Küche oder jüdische Ritualbäder (Mikwen). Seit der Gründung des Pädagogischen Zentrums wird die Bibliothek auch um pädagogische Literatur angereichert.

"Schätze" des Bestands

Schulchan Aruch, ein Gesetzeskodex, erstellt im 16. Jahrhundert in Hanau
Gesetzeskodex (Schulchan Aruch) aus Hanau, erstellt im 16. Jahrhundert

Unter den facettenreichen Bibliotheksbeständen in deutscher, englischer und hebräischer Sprache finden sich neben der Judaica-Standardliteratur auch kostbare Raritäten. Das älteste Buch ist das Sefer ha-Tschibi und stammt aus dem Jahr 1541. Dabei handelt es sich um ein Verzeichnis rabbinischer Begriffe in hebräischer Sprache mit lateinischen Kommentaren. Eine weitere Besonderheit ist der 1627/28 in Hanau gedruckte Schulchan Aruch, eine religiöse Gesetzessammlung in hebräischen Lettern. Beide Raritäten sind dem Büchernachlass von Bernhard Brilling zu verdanken.

Erwähnenswert ist auch eine 18-bändige Ausgabe des babylonischen Talmud, erschienen 1720 bis 1723 bei Johann Kölner in Frankfurt am Main. Kölner selbst war christlich, arbeitete aber mit jüdischen Verlegern und Setzern zusammen, da diese kein eigenes Druckprivileg erhielten. Als Korrektor betreute Samuel Schotten, Leiter der Frankfurter Jeschiwa, diese Talmudausgabe.

Eine christliche Rarität ist die „Kirchliche Verfassung der heutigen Juden sonderlich derer in Deutschland“ (1748). Der evangelische Theologe Johann Christoph Bodenschatz beschreibt darin das religiöse und private Brauchtum der deutschen Juden seiner Zeit. Bodenschatz‘  Ausführungen enthalten zahlreiche Kupferstiche.

Ein Blick in die Zukunft

Visualisierung der neuen Museums-Bibliothek im Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Frankfurt © Staab Architekten
Visualisierung der neuen Museums-Bibliothek im Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Frankfurt © Staab Architekten

Die Bibliothek findet künftig im Erweiterungsbau des Jüdischen Museums ein neues großzügiges Zuhause und wird zusammen mit der neuen Dauerausstellung im Spätsommer 2019 eröffnet. Neben ruhigen Arbeitsplätzen für Forscher*innen bietet sie mit einer gemütlichen Leseecke auch Platz sowohl für Museumsgäste als auch Besucher*innen, die speziell an den Beständen der Bibliothek interessiert sind.

Herzlich willkommen sind auch Kinder und Jugendliche. Ihnen stehen Bilderbücher, Romane, Comics und Graphic Novels rund ums Thema Judentum in einer genauso spannenden wie entspannenden Leseumgebung zur Verfügung.

Wenn Sie die Bibliothek des Jüdischen Museum unterstützen wollen – beispielsweise durch Stiftung von Büchern – nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Bibliothek im Jüdischen Museum

Heute geschlossen

  • Bis zur Wiedereröffnung des Jüdischen Museums ist die Bibliothek nur eingeschränkt und nach vorheriger Anmeldung benutzbar.

Eintrittspreise

  • Der Eintritt zur Museumsbibliothek ist kostenfrei.

Barrierefreiheit

Die Bibliothek ist sowohl für bewegungseingeschränkte Besucher*innen als auch Besucher*innen mit Kinderwagen zugänglich.

Bibliothek im Jüdischen Museum
Untermainkai 14
60329 Frankfurt am Main
Tel: + 49 (0) 69 212 70790

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